Meine Reise zur Malerei begann nicht mit dem Wunsch, Künstler zu werden.
Sie begann mit einem Bedürfnis nach Echtheit.
Schon immer war ich von Kunst in all ihren Formen fasziniert. Ich habe gerne geschaut, gelauscht, beobachtet. Doch selbst kreativ zu werden, erschien mir lange nicht als mein Weg.
Als wir unser erstes gemietetes Haus einrichteten, suchte ich nach Bildern, die mehr waren als Dekoration. Poster fühlten sich falsch an, Originale waren unerschwinglich. Also entstand ein stiller Gedanke: Was, wenn ich es selbst versuche?
Zur selben Zeit hielt ich ein Buch über August Mackes Reise nach Tunis in den Händen. Seine Farben, das Licht, die Wärme – sie berührten etwas in mir. Skizzen zu zeichnen fiel mir leicht. Doch als ich begann, mit Farbe zu malen, geschah etwas Unerwartetes.
Ich verlor jedes Zeitgefühl.
Ich tauchte ein in einen Zustand völliger Präsenz.
Manchmal war dieser Sog so stark, dass ich in der Firma anrief und mir spontan einen Tag Urlaub nahm – nur um ein Bild zu vollenden. Nicht aus Pflicht, sondern aus innerer Notwendigkeit.
Diese intensive Phase des Malens dauerte nur ein Jahr.
Es war 1987.
In diesem einen Jahr entstanden meine ersten und einzigen Bilder aus dieser Zeit. Danach trat die Malerei leise in den Hintergrund meines Lebens – nicht als Verlust, sondern als abgeschlossene Etappe.
Wie eine Reise, die man nur einmal macht, aber für immer in sich trägt.
How It All Began
My journey into painting did not start with the ambition to become an artist.
It started with a longing for authenticity.
I have always been drawn to art in all its forms. I enjoyed observing, listening, absorbing. Creating something myself, however, never felt like my path—at least not at first.
When we were furnishing our first rented home, I searched for images that felt personal rather than decorative. Posters didn’t resonate with me, and original artworks were beyond my means. A quiet thought appeared: What if I tried it myself?
Around that time, I discovered a book about August Macke’s journey to Tunis. His use of color, his light, his warmth touched something deep within me. Sketching came naturally, but once I started painting with color, something unexpected happened.
Time disappeared.
I entered a state of complete presence.
The pull was sometimes so strong that I would call my office and take a spontaneous day off—just to finish a painting. Not out of obligation, but out of inner necessity.
This intense painting period lasted only one year.
It was 1987.
During that single year, my first and only works from this phase were created. After that, painting quietly stepped back into the background of my life—not as something lost, but as a chapter completed.
Like a journey you take only once, yet carry with you forever.






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